Messer oder Schere ?

ein Dialog zwischen zwei fiktiven Riggern ( jedwede Ähnlichkeit mit bekannten Gesichtern ist vollkommen frei erfunden )

Die beiden sitzen in einer Bar und kauen an den dargereichten Snacks rum. Sein Bier erhebend beginnt Tom :

also letztens hatte ich ein hammerhartes Erlebnis mit meiner Süssen in den Seilen. Da schnappte ich sie mir und fesselte leidenschaftlich wild und virtuos die ganze Palette der bekannten Fesselungen durch. Sie hängt gerade satt oben am Deckenring, Zusammengefaltet wie eine geschlossene Blüte und ziert mein Wohnzimmer. Da röchelt sie mir noch leise entgegen „mach mich wieder runter“ und schwupps.. klappt sie zusammen wie ein nasser Kartoffelsack.

( Tom nippt einen grossen Schluck Bier )

Robert kontert lächelnd:

tja da kann ich auch mitreden.. Meine Süsse und ich hatten übers Wochenende Lust auf dieses Kinbaku-zeugs. Weisst schon, mit viel Leidenschaft und Hingabe am Boden fesseln

und ein wenig spielen. Als ich gerade das 17 .Seil ansetzen wollte um ihr den vollkommenen Seilkick zu geben, hör ich nur noch ein mattes Plonk und seh wie der Kopf sich zur Seite neigt und sie bewusstlos im Seil am Boden , schweissnass gebadet, schwach atmet. Mein Puls stieg an und ich wusste grad im ersten Moment nicht was tun.

Aber ich hatte ja alles soweit vorbereitet. Also lag da auch meine Edelstahlverbandsschere die ich bisher noch nie benötigte.

( Robert schüttelt den Kopf und wischt sich etwas verlegen den Bierschaum vom Mundwinkel)

beherzten Griffes zücke ich den kalten Stahl und schieb ihn zwischen die Lagen und mit ein zwei gekonnten Handgriffen sind die ärgsten Lagen sauber durchschnitten. Aber mir blutet das Herz, die schönen roten Seile. Naja.. meine Kleine ist mir viel wichtiger.

(anerkennend kopfnickend stimmt Tom zu )

Da hast Du recht. mein erster Gedanke ging auch gleich zu den Seilen. Allerdings löste sich dieser sehr schnell beim tragisch wirkenden Anblick meiner Süssen.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie schwer die Kleine plötzlich wurde. Ich mein Du kennst Sie. 56 Kilo sportliches Leichtgewicht. Aber so schlapp und kraftlos , ohne Unterstützung sind die Mädels dann schon weit schwerer runter zu bringen.

Also griff ich beherzt zu meiner Bearclaw und holte sie aus dem schicken Ledertäschchen am Gürtel. Da hing meine Liebste in diesem Tsuri ( Seitwärtssuspension ). Ich musste sie erst mal auf meine Schulter laden um dann mit ebenso beherztem, kräftigem und gleichmässigem Zug die Klinge anzusetzen und durchzuziehen. Was blutete mir mein Herz als ich danach dann die zerfetzten Seilenden sah. Doch nachdem ich auch die eng zugezogenen Knoten und Verwicklungen rasch und ohne grössere Anstrengung mit dem Messer durchtrennte, das Fenster öffnete und sie bequem mit den Beinen nach oben lagerte, ging es ihr sofort wieder besser.

schnelles und sicheres Werkzeug zur Befreiung aus einer misslichen (Seil) Lage

( Robert klopft auf Toms Schulter )

Mann Alter, da hast aber echt Glück gehabt. Meine Kleine lag noch ne ganze Weile benommen  und orientierungslos in meinen Armen . Spielen war nicht mehr drin.

So kuschelten wir den Rest des Abends miteinander bei erfrischenden Getränken und Früchten und etwas Schokolade.

Du befürwortest das Messer. War das schon immer so ?

( Tom räuspert sich )

Anfangs hatte ich so einen Cutter. Mir liegt das Spiel mit Klingen sowieso eher als mit Scheren. Klingen wie meine Bearclaw haben den Vorteil, das sie durch ihre leicht gebogene Klinge mit stumpfem , abgerundetem Ende niemanden verletzen können wenn Du schnell an die Seillagen gehst. Der Griff passt gut in meine Hand und es gibt manche Versionen mit Holz oder angenehmem Kunststoff der eine gute Haptik verspricht. Die kräftig gezackte Schneide ist enorm scharf und durchtrennt mehrere Lagen gleichzeitig sauber und sicher.

Allerdings sind diese Seile dann regelrecht zerfetzt. Man sollte auch nichts anderes damit schneiden wollen. Ich bin der Meinung das dieses Messer dann wirklich nur hierfür genutzt werden sollte.

Zudem kann ich je nach Ausführung der Klinge, diese,in sich selbst zusammenklappen, in einem schicken kleinen Kunststoffhalter , einem Lederetui oder sogar direkt an den Gürtel klemmen. So hab ich sie stets in Griffnähe und muss sie nicht suchen. Sprich ich bin schnell und effizient damit.

(nickend bejaht Robert)

Das ist richtig, Ich mag aber in einer für mich nicht vollkommen kontrollierbaren Situation mit einer offenen Klinge spielen und dies so nahe am Körper. Wer weiss schon was in meiner Kleinen vor sich geht oder stell Dir vor, du fesselst mal mit jemand anderem , dem das widerfährt. Der könnte Panik schieben. Deine Partnerin vertraut dir auch in dieser Situation nach wie vor. Das muss bei einer aussenstehenden nicht zwangsläufig sein.

So kann ich mit meiner Schere die nirgendwo auch nur eine scharfe Kante besitzt, in relativer Gelassenheit die Seillagen mit den geöffneten Scherenschneiden durchtrennen.

Durch die simple aber ebenso effektive Mechanik, dem Sicherheit und Stabilität vermittelnden Edelstahl schnell die Situation in den Griff bekommen.

Mag dabei sein , das ich ein zwei mal nachschneiden muss. Dadurch das dies aber in Ruhe geschehen  und ich selbst niemanden verletzen kann , nehme ich diesen kleinen Nachteil gerne in Kauf.

( Tom , Nüsse kauend)

Was hat dich dieses Edelteil gekostet ?

( Robert lacht )

Du wirst nicht glauben, aber so eine Schere ist nicht extrem teuer

Gute Modelle sind da schon ab 8-10 Euro zu haben. Besser ist es natürlich eine für die jeweiligen Seile angepasste Grösse der Schere zu wählen. Dann steigt aufgrund des Materials und der Herstellung logischerweise auch der Preis. Im Web draussen findest Du gute Exemplare auch für unter 25 €

Sind deine Messer auch so günstig ?

( Tom knirscht  ein wenig mit den Zähnen )

Naja.. nicht alle Klingen sind um die 25 Euro zu haben.  aber es gibt schon effiziente Messer. Meine Bearclaw ist da  mit einem Preis von 45 € schon etwas gehobener, aber auch nicht das obere Limit. Auch hier gilt, schau im Web bei einschlägigen Webshops

oder ergoogel dir unter *Beaclaw* den aktuellen Preis.

günstig und gut sind die RescueKnifes alleweil. Es kommt halt ein wenig drauf an, welchen Stahl und die Länge der Klingen , Schliff und sonstigem Zubehör.

Ich denke , es muss dir auch liegen, eher eine Klinge nutzen zu wollen. Vor allem, wenn eine Notsituation eintritt, diese dann auch sicher und gezielt einzusetzen.

was mich allerdings im Gegensatz zu einer Schere fasziniert ins die Schnelligkeit und auch etwas martialische Art des Trennens eines Seils.

Bei deiner Schere hab ich immer so ein Krankenhausgefühl.

( Robert schmunzelt )

nunja, wer einer Schere den Vorzug gibt, der mag vielleicht eben nicht das martialische , dafür das sicherere Gefühl , weil wir alle schon mal mit ner Schere was geschnippelt haben.

Zudem so viel langsamer bin ich nicht. Die Schneiden einer Schere müssen genau wie bei deiner Klinge auch , extrem scharf und sauber sein. Sonst funktioniert auch deine Klinge nur halbwegs.

Es hat sich auch eine gewisse Materialpflege bewährt. Sprich Reinigung und vielleicht bei der Schere einen Tropfen Öl.

Generell jedoch denke ich, das es eine rein persönliche Angelegenheit ist, zu welchem man sich hingezogen fühlt oder was nach einem Ausprobieren am besten in der Hand liegt. Das entscheidet man in der Regel recht schnell.

So lachen sich Tom und Robert an , prosten sich zu und begutachten die fein gefesselten und neben ihnen sitzenden Damen mit einem schelmischen Lächeln

Prosit !

euer Mino

DRAGONROPE©

One thought on “der goldene Schnitt

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