Seile im Wald 3 – Rückblick aus Uminos Sicht

Freitag  24. September, der erste Abend der *Seile im Wald 3 *

bereits das dritte Mal dürfen die Seilschaften diesen Fesselanlass über ein ganzes Wochenende  hinweg ausrichten.  Zwar spielte das Wetter nicht  wirklich mit , wie es versprochen  wurde, doch lässt uns dies gelassen. Wie jeden Freitag reise auch ich in mein Wochenende , gespannt und voller Zuversicht , Menschen wieder zu sehen um mit ihnen die bereits in den vorangegangenen WorkshopWE  Seile im Wald 1 & 2 die Kunst weiter zu verfolgen , Spass am und im Seil zu erleben,  Neues auszuprobieren und einfach ein tolles Wochenende zu erleben.
Dieses Jahr besuchten uns auch Gäste aus München, Hamburg ja sogar Wien. Mittlerweile scheinen die Seilschaften einen doch recht weitreichenden Ruf zu geniessen.
Während Freitagabend ein gutgelauntes Team die Gäste begrüsste, die Spaghettis schon im Topf  ihrem Verzehr nahten, grummelte ich noch immer auf der Autobahn mit  einem Bruchteil der Schallgeschwindigkeit vor mich hin. Endlich gehts ab von der Autobahn und so langsam beschleicht mich die grosse Vorfreude, gleich mit lieben Freunden fesseln zu können.

Wieder ist es die helle freundliche Waldhütte, die angenehm warm, fröhlich lachende Menschen beherbergt. Herzliche Begrüssung, Vorfreude und Neugierde  sind spürbar. Leckere Spaghettis schlürfend ,  sehe ich im Augenwinkel erste Seile aufblitzen und an gierige Körper sich legend.
* wir machen heute mal was ganz besonderes.. * scheint ein sich immer wiederholender Joke zu sein .. * Jaaaa.. TK 2 , wir lieben es * :)

Ich lächle als die letzte schmackhaft befüllte Gabel meinen Mund erreicht und ich genüsslich die Arrabiatasauce noch aus den Mundwinkeln lecke.

Aber nun gehts los. Takate Kote 2 in allen Variationen  die wir unseren Gästen bereits beigebracht hatten, Variationen die sie selbst ausgearbeitet haben und solche die sich einfach ergeben.
Schöne und kreative Versionen der Zierseile, den Hosenträger wie ich ihn zu nennen pflege schmücken alsbald alle Passiven und schon stehen sie im Kata-Ashi , einer  Semisuspension mit einem Bein.
Sicherlich sieht das nicht so wunderschön aus in den Trainingsklamotten, wie wenn allesamt in schicken Kimonos, Furisodes , Tsumugis und Gi`s umherrennen würden oder aber einfach Fetischbekleidung ihre Körper zierte , wie bei einer Party.  Dennoch haben diese Menschen in ihren Augen einen wunderbaren Glanz der Entzückung, der Verzückung beim gefesselt werden , beim fesseln selbst.

Das Einfesseln am Freitagabend ist der Ruhepol  fürs Wochenende , soll die Gäste runterfahren, soll sie auf den Samstag, der durchaus anstrengend werden wird , einstimmen.
Rasend schnell vergeht jedoch die Zeit , wenn man einen Menschen fesselt und gemeinsam sinnliche , spassige, aber auch sehr lustvolle Zeit erlebt.
So schnell das wir kaum wirklich mitbekommen, wie schnell es schon 22.30 Uhr geworden ist Jener Zeitpunkt, an dem uns Markus allesamt , selbst mich  als Kursleiter und Seilschaftenmitverantwortlichen ins Bett schickt.

Lichterlöschen um 23.00 Uhr ! raschelnde Schlafsäcke, knarzende Luftmatratzen und erste leise Schnachgeräusche.
Doch bei einem Hörbuchkrimi ist das alles Nebensache
Seelig schlaf ich ein .

Der Samstag

wie stets so bei einem solchen Anlass, erwachen die meisten  wie gerädert und entsprechend langsam wachen die Lebensgeister auf. Dennoch , pünktlich zum herrlich angereicherten und grosszügigen Frühstück um 9 uhr sind alle da. Und wenn es Kaffee nicht gäbe müsste man ihn erfinden . Es ist DAS Muntermachgetränk dieses Wochenendes
Nachdem wir allesamt die Räumlichkeiten umgebaut haben und nun alle Ringe befestigt sind, gehts los.

Takate Kote 2.. was sonst. Leidenschaftliche Hände fesseln diesen Standart  mittlerweile sehr geübt und sauber, wir gehen schnell in die anderen Standarts über. Das im Bondagemagazin und an den Seilschaften beliebte Trommelhöschen wird nochmals eingehend sauber gefesselt. Herzhaftes Lachen überall, Austausch vieler Kleinigkeiten , wo es noch zwicken und zwacken könnte, Sicherheitshinweise, Flüchtigkeitsfehler ausmerzen und anpassen der Fesselungen , hinterfragen bestimmter Aspekte einer Fesselung gefolgt von einer üppigen Kaffeepause und fröhlichem Beieinandersein.
Ein etwas grösserer Theorieteil über Bambus und seinen Verwendungszweck und wie wir ihn einsetzen wollen, danach erkläre ich anhand einer Suspension  meine Dekorations- und Einsatzzwecke von diversen Bambusstäben unterschiedlicher Grösse & Länge
Ich erkenne glühende Neugierde in manchen Gesichtern und erkläre einen Aufbau eines Bambusrahmens für daheim und was in meinen Augen alles so dazugehören sollte. In diesen Momenten sprudelt dann förmlich  Kreativität in Form verschiedenster Anhaltspunkte zu Bambus in spielerisch liebevoll gemeinter leicht sadistischer Weise aber durchaus auch strenger, bestrafender um nicht zu sagen schmerzhafter Form, so denn man sie bis in letzter Konsequenz und einiger Vorarbeiten ausführen möchte.
Schliesslich rufe ich immer mal wieder in Erinnerung, das Bondage, insbesondere die Japanische Form / Richtung die wir hier ausüben wollen, nicht nur eine sinnliche Form und lustvolle Kunst des Knotens ist und war.
Ich weise darauf hin, das es sich um Gefangenschaft, Bestrafung ja auch Folterungsmethoden handelte , als diese ihre Anwendung im Mittelalter Japans Anwendung fanden.
Heute ist dieser Kontext durch die SM Scene in eine lustvolle Kunst umgewandelt worden . Nicht vollständig, doch so leben WIR nun mal Teile unseres SM. Die Seilschaften jedoch sind ein Treffpunkt jener Menschen , die sich ganz der sinnlichen Kunst verschrieben haben. Man muss nicht zwingend SMer sein um lustvolles , erotisches Bondage  auszuführen oder zu erleben.
Das ist eine für mich ebenso  klare wie deutliche Einsicht aus diesem Wochenende.
Doch die akribische Arbeitsweise aller Teilnehmer beim Bambusworkshop, der spontanen Komplettverknüpfung diverser Bambusstangen und Körperteile wie Arme , Beine , Fussgelenke und anderem zeigt mir , wieviel Spass und Kreativität die Teilnehmer an den Tag legen.
Dann die Suspension  die wir tagsüber geübt hatten, schmücken wir noch mit Bambusstangen und verknoten sie in allerlei Richtungen
Wahrhaft sinnliche und komplexe Kunstwerke sind da sichtbar geworden
Manches erinnert mich beinahe an eine asiatische Dschunke in den Meerengen Thailands oder im Hafen von Hofu, Hagi oder Matsue..

Da ist Seil wie ein Segel gespannt , verziert und verknotet wie in einer Hängematte, der Gesichtsausdruck so schön  und entspannt  trotz der mittlerweile recht anstrengenden Fesselzeit.  Es geht  gegen Abend zu. Der Grill wurde angeschmissen, bald  grell und heiss lodern die Flammen aus den Holzscheiten , die später knuspriges Fleisch  in den schmackhaftesten Noten unsere Mägen füllen wird.
Nach dem erneut grosszügigen Abendmahl stet freies Fesseln an. Da sich durch die  vielen Fesselungen tagsüber schon erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen , bleiben der eine oder andere Ring frei und somit auch Platz um einer sinnlicheren Kinbaku-Zeit  den nötigen Freiraum zu geben. So vermag Ibinuphis die wunderbare Sealiah ganz in seinen Bann zu ziehen und lässt sie in der guten Dreiviertelstunde seiner Fesselzeit ganz vom Boden abheben bevor er sie in sorgsamer Umhüllung wieder zu Boden geleitet um sie hernach von den Seilen befreit langsam zurückbringt in die ganz und gar reale Welt.

Dann aber machts bei mir auch klick und ich bemerke , wie müde ich geworden bin. So entschliesse ich  mich den Reigen der zu Bett gehenden zu eröffnen  und stehle mich mitsamt dem Schlüssel davon. Dankbar folgen mir weitere und auch sie fallen ohne grosse Worte direkt in ihr Bett.
Wunderbar entspannt träumen manche davon in den Amazonaswäldern  nach seltenen Hölzern zu forschen , im Schwarzwald Waldhütten zu bauen , oder im Schweizer Naturpark Brennholz zu sägen..
Und ich wunder mich nicht, warum die Sahara keine Bäume mehr hat. ;)
Dennoch frühstücken wir allesamt Sonntags dann ausgiebigst und wohlgelaunt beisammen wieder in der Waldhütte bei lecker Kaffee, frischem Butterzopf und köstlichen Früchten, Kuchen  und einer Marmelade , die ich nicht benennen kann, sie aber derart mundete , das des Glas schon beinahe leer war :(

Doch nach diesem sättigenden Brunch war erneut das freie Fesseln angesagt und die Teilnehmer machten sich sogleich daran , angestachelt von den gestrigen Impulsen, die Ideen mit Bambus am Boden  umzusetzen oder die Ideen bei den Verstrebungen im Rücken der Fesselungen  und deren Erweiterungen anzugehen.
Auch wurden vereinzelt sogenannte * Teppho-Shibaris* angedacht, da diese in ihrer Asymetrie eine besondere Faszination  ausüben konnten. Derweil unterstütze ich sie in den Gedanken bei, korrekten Aufbau ihres Teppos oder der Fantasie , die sie umzusetzen wünschten.

Die Vorfreude steigt um die Mittagszeit es geht um den Escape Contest
Mit einer ausgeklügelten Idee  soll dem Aktiven die Möglichkeit gegeben werden, sein Seil-Subi ganz und gar SICHER zu verknoten  und dieses dann versuchen , ganz ohne drohende Strafe mal ausbrechen zu dürfen.. so denn es ihm gelänge

Was war das für eine Freude , zu sehen mit welcher Akribie die Aktiven ihren Partner fesselten und wahre Leidenschaft im Detail und auch in den einzelnen Fesselungen gar sadistische , wirklich fiese Anleihen zu sehen war.
Bei einigen Fesselungen der Grundlage HOGTIE, war abzusehen, das der Passive sich  wohl kaum befreien könnte. Dennoch gelang es zweien sich ganz und gar aus den Fesseln zu schälen im wahrsten Sinne des Wortes.
Anderen blieb  nur der Genuss dieser kompakten und intensiv verschnürten Fesselung
Als Erkenntnis dieses Contests war sicher eine , das man die Seilanzahl  bei einem erneuten Contest noch weiter beschränken  wird . Dennoch war es ein herrliches Vergnügen zuzusehen. Sowohl den Aktiven als auch den Passiven.

Nochmals den Grill befeuernd den Sonntag mit schmackhaften Steaks und Würsten , Salat , Kuchen und Kaffee ausklingen lassend, reisten wir allesamt gut gesättigt und mit einem Grinsen im Gesicht wieder heim.

An dieser Stelle möchte ich als Kursleiter und Seilschaften-Mitinitiator dem TEAM Seilschaften herzlich danken

Asbi & Joane fürs Organisieren  der Waldhütte und Unterkunft sowie der  wahrhaft opulenten Küche

Ibinuphis für seine Gesamtleitung und die Bambus Vorträge sowie seine  stets wachsamen Augen

sowie den Gästen die soviele schmackhafte Süssigkeiten wie Tiramisu, Kuchen , Kekse und anderes Gebäck mitbrachten und diesen Anlass erneut als wunderbares Wochenende  in Erinnerung zurückliessen.
Seile im Wald 4  steht zwar noch nicht an , aber ich bin mir sicher das der Spätsommer 2011 ein besonderes Schmankerl der Seilschaften bereithalten wird.

In der Zwischenzeit freu ich mich einfach auf viele Gesichter die die Seilschaften im nun 4 Jahr begleiten und mithelfen, dass dieses tolle Hobby uns noch lange fesseln wird
Ebenso freue ich mich auf Kommentare hierzu in meinem Blog , Fotos werden alsdann in der Seilschaften-Gallerie im Passwortgeschützten Bereich zu sehen sein.

Mino
Dragonrope©

3 thoughts on “Seile im WALD 3 – ein Rückblick

  1. Grrrrrrrrrrr…

    Und es kommt die Zeit, in der ich auch mal nah genug dran bin, um an solchen Happenings teilnehmen zu können! Raus aus dem seilerischen Niemandsland, in dem ich hier (noch) gefangen bin!

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