oder die unbeschreibliche Kunst, mit wenig Worten einen Moment perfekt zu beschreiben.

Poesie, Lyrik, Gedichte oder .. um es mal in die japanische Form zu ziehen, ein  HAIKU

diese in gewisser Weise wiederum minimierten Wortkreationen, die so treffend und in wenigen Silben und Buchstabengefügen beschreiben was der Schreiber selbst vor Augen hat, ist wie eine Delikatesse , eingehüllt in zartseidenem Papier das bei der geringsten Berührung so leicht zerreisst.

Als SpecialMoments zu mir kam und wir bei einem Shooting  die Wünsche und Anregungen der Auftraggeberin besprachen, sah ich mich in einem grossen Haus, ich sah weil ich den Film *The last Samurai* sehr verinnerlicht hatte, Bilder die wir versuchten im kommenden Fotolog *Pinsel und Stift* einzufangen und umzusetzen.

Spannende über 4 Stunden dauernde Arbeit bei einer Dokumentation über Seile, Erotik, Nähe und anderen leisen Momenten. In dieser Zeit versuchte ich mich auch mit dem oben eingangs erwähnten Thema zu beschäftigen.

Ich empfinde es als wunderschön, weich fliessende Tinte in einem Pinsel über die samtene , warmweiche Haut eines mir nahen Menschen zu führen , dabei die Innigkeit der hierfür nötigen Nähe  in der Stille des Augenblicks zu geniessen. Ganz und gar wenn Ruhe herrscht und  das Knarrzen der in den Bodendielen herrschenden Spannung des Holzes sich in ganz eigenen Lauten entlädt.

Oder das leise riffeln eines Seils auf den Tatami Matten, die Vibration beim durch meine Hand laufenden Seils.

Seil umschliesst dein Gewand

tausendfach öffnen sich kleine Poren

jede ein kleiner Eingang zu deiner Seele

im nachfolgenden Clip das Gespräch Katsumotos mit Algren im Garten , wo er nach der pefekten Blüte, dem perfekten Haiku sucht

danach , seine Erleuchtung, der Abschluss in der Stunde seines Todes

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=KQooui1eRhw&fs=1&hl=de_DE]

Film 2 leider nicht einbettbar / der Tod Katsumotos

Im Shooting und dem Videodreh war es ebenso schön ein von der Auftraggeberin verfasstes Gedicht in Pinselschrift auf Ihren Körper zu setzen wie das Fesseln selbst. Sanftheit, Zärtlichkeit und Innigkeit können ebenso lustvoller wie berührender  Moment beim Schreiben wie der Erotik als auch des Fesselns selbst sein. Ich bin nun wahrlich kein wirklicher Poet, doch  vielleicht ist es auch nur die Geste des Schreibens die mich so berührt. Die Tätigkeit die ausgeführt wird. es ist jedesmal wie jungfräuliches Papier das sachte benetzt wird , dessen Struktur aufgeweicht und dadurch verändert wird. Ich erinner mich noch sehr genau an jene Scene in Tolkiens Buch in Jacksons Film *Herr der Ringe* als Gandalf in uralten Büchern nach einer Quelle des Wissens, der Erkenntnis suchend was seine Vorahnung schon wusste. Wie kribbelte es , als im Film das trockene , gewellte Papier, staubaufwirbelnd seine Geheimnisse preisgab. Und wie intensiv ich mir das Kritzeln bei Federkiel und Kerzenlicht vorstelle.

So ist es mir auch an diesem Tage des Drehs ergangen..  als die Rote Tinte die weisse Haut netzte um Das stille Gedicht, die leise Aufforderung sich hinzugeben, darauf Platz fand, in weichen Zügen, in Kalligraphie.. Shodo im weitesten Sinne

Bilder hierzu und aus dem Dreh / Shooting findest Du in der Lichtblickgallerie unter Pinsel und Stift

vielen Dank für deine Zeit

Mino

DRAGONROPE©

One thought on “Pinsel und Stift..

  1. Hier drei Spielfilm-Tipps zum Thema “auf die Haut schreiben”:

    „The Pillow Book“ von Peter Greenaway
    “Memento” von Christopher Nolan
    „Irezumi“ von Yôichi Takabayashi

    Diese waren Inspiration für ein sehr besonderes Sklavenvertragsritual vor ein paar Jahren mit meinem jetzigen Partner.

    Grüsse
    Lady Domenique

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