Geführt vom Geist der Schatten, tanzte sie im Licht…

Vor längst vergessener Zeit, in der Einheit des Lebens, zog es sie hinab, hinab in die Verirrung der Dualität, in ein System, die Welt.

Verirrt und verwirrt verstand sie nicht, warum der Tanz ein Ende haben sollte und sie wollte etwas von dem Hauch der Ewigkeit behalten.
Aber das andere Mädchen wollte nicht mehr mit ihr spielen.Ihr Lieblingsspiel auf dem Dachboden… Das Mädchen setzte sich auf sie,drückte ihre Arme auf den Boden und sagte ihr, dass sie hier bleiben müsse, ob sie wolle oder nicht. Auch, dass sie ihr gehöre und auf dem Schloss bleiben und ihr gehorchen müsse.Dann küsste sie sie rauh auf den Mund, das Mädchen wehrte sich vergebens.
Und jetzt, einfach so, wollte dieses Mädchen andere Spiele spielen. Sie war enttäuscht. Wo sie es doch so seelig machte, eine Gafangene und Geliebte zu sein!

Die Jahre zogen vorüber und aus der einstigen Verwirrung wuchs das Verstehen dieses Systems,doch ihre Seele blieb unerfüllt.
Die anderen Welten riefen, flüsterten ihr in einsamen Stunden verführerisch ins Ohr, zogen sie für Momente wieder nach Hause. Dahin, wo alle Grenzen sich auflösen, wo das sein allein erfüllt.

Der innere Ruf, er wurde immer lauter, drängender, stürzte sie in Zerrissenheit und führte ihr ihr Leid, die Bürde an der Menschheit mit immer mächtiger werdender Härte vor Augen.

Bis sie einst ihrer Schwester begenete…oder war es ihr Bruder?!
Sie konnte und kann es nicht sagen.
Die Magie der Leidenschaft verbindet sie mit einem Seil aus Lichtfasern, fesselt sie aneinander.
Gemeinsam beschritten sie den Weg, den Weg der Weisheit, der sie in die verloren geglaubten Universen der Kraft führte.

Angeschlossen an die Kraft der urtümlichen Weiblichkeit, fügen sich die Dinge.
Sie gelangten an einen Ort, der der Menschheit üblich einfachen Art entsprach. Lustig, leicht und einfach.
Doch etwas anderes, viel tieferes, liess sie wieder den Ruf vernehmen. Den Ruf des Drachens, erschreckend und stark, klar und tief, aber auch grossmütig und gerecht.
Sie hatten ganz plötzlich die Gewissheit, angekommen zu sein.
Das Spiel begann von Neuem, durchdrungen von der Realität. Es liess sie
nur erahnen, was die Kraft des Drachens bedeutet und weckte den alten Wunsch, sich mit ihr zu vereinigen.

Die Stricke gruben sich in ihr Fleisch, das Geschwister strich sanft über ihre Augenlider und Lippen. Die Welt um sie herum wurde durch die Wellen der Leidenschaft hinweggespült.
Dämmerung, Stille.
Tiefe Dankbarkeit für die Vorahnung, die die Erinnerung aufleben liess, empfinden sie.
Eine Vorahnung, ein Hauch der Unendlichkeit..
Der Drache hat sie gestreift.
Bevor seine Male verschwunden sind, werden sie seinem Ruf folgen…

Dank der bisher unbekannten Schreiberin  für diese schönen und sinnlichen Zeilen ..

Dragonrope

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