Tokyo ist bereits  erneut der frühe Abend angebrochen und in Moskau herrscht hektische Betriebsamkeit mit russischer Gelassenheit gepaart. Russlands Städtemoloch hat auch seine Reize. Schöne Frauen zum Beispiel. Ich bin erstaunt wie viele schöne und grosse Frauen hier am Flughafen entweder arbeiten oder auf Reisen sind. Da wird mein eh schon arg fesselwütiges Kopfkino mit Fashionfantasien gefüllt, das ich mich ein wenig schäme in beinahe jeder sinnlichen Ausstrahlung ein williges Opfer für Seilsessions zu sehen. Aber ich glaube ich fantasiere einfach zu sehr aufgrund eines Jetlags. Wobei so schlimm isser eigentlich nicht. Das was sich so blöd anfühlt ist, das man sich hinlegt und kaum wirklich entspannen kann. Mit einer guten Stunde Schlaf in Entspannung würde so manch nervöses Schlafproblemchen gelöst sein. In den Sitzen im A340 ist das auch nicht wirklich möglich, es sei denn man schlief in der Businessclass wo alles ein wenig grösser ist. Hier nun in Moskau wartete ich auf den Anschlussflieger. Um dann nochmals 3.5 Std zu fliegen um endlich wieder in Zürich weilen zu können.

Ich frage mich wie die Russen ihre Bondagescene so zelebrieren… war ich doch bisher noch nicht in St.Petersburg zu grossen Show der Seileitelkeiten. Muss ich aber vorerst auch nicht. Es gibt viel zu tun und so manches wird sich verändern . Ich mich zum Beispiel.
Die Tage bei Yukimura Sensei und Steve _San haben schon durch die Arbeit im und am Seil, so manche Spuren hinterlassen. Einiges was es an meiner Technik zu verbessern und optimieren gibt, anderes was erst mal wachsen und gedeihen muss. Dinge die eben nicht wie eine neue Seiltechnik oder ein neues Pattern erlernt und durch vielfaches üben eben mal in Fleisch und Blut respektive Geist übergehen können.

Man(n) vergisst ja soviel.

Doch ist es mehr, das mich die Erfahrungen zu Gedanken kommen lassen, das selbst 15 Jahre Erfahrung irgendwelcher seiltechnischer Art, lediglich dazu befähigen, diese Erfahrung zu besitzen. Das was Seil / Nawa und die Arbeit , die Leidenschaft , die Passion ausmacht bin zwar ich, die Interpretation macht mich aus, jedoch die Essenz des Seils und das zu Lehrende an den Mann respektive die Frau zu bringen, ist eine ganz andere Sache. Bis anhin war dies kein Problem, ich konnte gut auf die Erfahrungen  zählen und den Menschen die Dinge die ich kannte und wusste, weitergeben.

Durch neue Erfahrungen und eine Veränderung im privaten Bereich, wird sich diese Einstellung etwas verändern. Ich habe nach wie vor viele dutzende Ideen die gerne umgesetzt werden wollen. Manches sofort, manches eher zu geeigneteren Zeitpunkten. Jedoch bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass man sich das Prädikat eines Lehrers oder eines Sensei doch eher durch hartes Training erarbeiten muss um die Anerkennung der Menschen zu erhalten. Danach zu streben, wie so viele Jahre vorher, wandelt sich. Ich habe stets gerne unterrichtet, weil es Spass machte und noch immer macht. Jedoch werde ich die Gedanken anders lenken um Trainings besser gestalten zu können um auch dem Wesen und der derzeitigen Sichtweise gerecht zu werden.

Ich merke grade, das ich kaum konkrete Worte für diese Veränderung wählen kann. Denn noch sind da soviel Dinge im Umbruch und so manches muss erst mal ins Gefüge der Gedanken eingegliedert und sortiert werden.

In den paart Tagen in Tokyo habe ich ein klein wenig einen Überblick, einen tieferen Einblick in die Bondagescene Japan erhalten dürfen.

Ich denke, letzten Endes ist die Scene Japan durch ihren Kontext der Kultur eine an sich andere, aber die Menschen reagieren in vielen Dingen ähnlich. Die Scene Tokyo ist spannend und witzig, aber oft genauso anfängerisch wie die unsere. Wirklich kreative Köpfe gibt es einige, die muss man aber durch Empfehlung und Kontakte finden, nicht durchs anschreiben via Mail.

So will ich die zeit ein wenig für mich arbeiten lassen und hoffe das ich all das was ich so mitnahm, in meine weitere Arbeit hineinfliessen lassen kann.  Ob und wie ich weiter auftreten will und werde, steht derzeit auf einem anderen Blatt Papier . Bis Anfangs 2014 stehen andere, gewichtigere Herausforderungen auf dem Plan.

in diesem Sinne vorerst

Nastarovje aus Moskau

und guten Start in euren Tag

MINO

4 thoughts on “Back in Town

    • NEU ? .. vielleicht ist es dafür noch etwas zu früh ;)
      aber es wird sicher Veränderungen geben

  1. Freue mich auf ein wiedersehen, auch auf dein ‘Veränderungen’ bin ich gespannt, ob gross oder klein, grob oder fein, deutlich sichtbar oder kaum zu vernehmen…… Hauptsache du bis mit dir zufrieden für dich selber.

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