Nachfolgender Beitrag ist aus meinem Bauchgefühl und Gedanken entstanden , er entbehrt somit jeglicher Vollständigkeit und ist nicht umfassend.. dennoch darf er als gedankliche Stütze für andere Aktive wie Passive in  den Seilen dienlich sein.

Dieses jahr habe ich durchaus einiges an schönen Erfahrungen  während einiger Workshops erleben dürfen.

Doch stets da wo Licht ist herrscht auch Schatten.

Hierbei ist mir einige Male schon aufgefallen , das sich Aktive wie Passive ( meiner einer ist da auch nicht davor gefeit ) durch die Menge  der Menschen , durch die fortgeschrittene Zeit an einer Party  sowie vielleicht  Selbstüberschätzung des Könnens oder auch einfach  Überbeanspruchung  seines Körpers zu fehlerhaften Einschätzungen und somit zu unrühmlichen Aktivitäten in den Seilen gekommen.

Schade ist es immer dann, wenn Lähmungen , Taubheitsgefühle oder gar ein für den Passiven zwar nicht schmerzhaftes aber dennoch  emotional ergreifendes Erlebnis wie ein Kreislaufzusammenbruch , eine Ohnmacht entsteht.

Der Passive hat dann oft das Gefühl, er sei nicht fähig , die *geforderten* Aktionen seitens des Aktiven auszuhalten , sei nicht in der Lage , die Bondage  anzunehmen .. kurz es entsteht ein Gefühl von Minderwertigkeit .

Aus eigener Erfahrung als aktiver Part fühle ich mich dabei auch nicht wirklich besonders gut dabei.

Was habe ich falsch gemacht ? oder nicht beachtet ? Sind mir deutliche Zeichen der Kommunikation unterlaufen ? oder liegen gar ganz andere Dinge zu Grunde ?

Der Partner IN den Seilen ist stets , obschon passiv, gefordert .. physisch & psychisch .

Dabei spielen wohl viele Faktoren eine Rolle..

Zum einen die Tagesform ganz allgemein:

Wie sind wir aufgestanden ?  sind wir heute grummelig oder haben wir ein schönes Lächeln drauf ?

Fühlt sich unser Körper fit ? sind wir offen im Geiste ? haben wir den Mut uns selbst und dem Gegenüber zu begegnen ? Wollen wir  mit allem was wir in uns tragen dem Gegenüber nahe sein ? oder einfachnur fesseln und ficken ?

Entscheidend wird auch der Tagesablauf sein .. Arbeit , Familie , anderweitige Beanspruchungen , Nervereien durch Berufskollegen / Innen ect ..  das Wetter .. manche sind Wetterfühlig und somit schon bei miesem Wetter eher in grummeliger Stimmung.

all diese Gründe können dazu führen , das eine geplante Bondageaktion  eher im Sand verläuft oder nicht dem gerecht wird , als was sie ursprünglich geplant war.

Diese Gründe treffen aber nicht nur auf den Passiven , auch der Aktive kann einen schlechten Tag erwischen , nicht OpenMinded sein..

Vielleicht das eine *geplatzte*  BondageAktion im privaten Raum weniger schlimm sein wird, denn eine die an einer Party  geknüpft wird. Da sehen ja alle wer sie knüpft, man ist beobachtet .. und  wenn sie denn schief läuft , reden ja auch alle nacher darüber oder sie sind so pietätvoll, das sie einem mit Zuspruch helfen und sogar helfend eingreifen , nachdem sie gefragt haben ob es denn erwünscht sei..

Ein Aktiver wird diese Freundlichkeit zu schätzen wissen .. denn ein Mensch der in sich zusammensackt, weil er ohnmächtig wurde, ist eine schwerere Last , als man sich vorstellen kann. Und gerade für eine Frau kann der ohnmächtige Mann zu einer unverrückbaren Schwerlast werden

Muskelspannung ist weg , erste Aufregung  jagt einem den Adrenalinspieleg hoch , Angst und die Befürchtung, Fehler gemacht zu haben schlagen sich nieder.. und daraus entsteht oft genug Hektik.

Hektik die dann in eventuel nicht sauber aufgelöst wird, dadurch , das der Aktive

– ruhig nach seiner PartnerIn schaut , fühlt  und mit ihr/ihm spricht , so denn sie/ er nach wie vor ansprechbar ist

– er / sie  sich nach Hilfe umsieht , wenn es denn sehr schnell gehen muss, sich einen zweiten Part  VORHER  ( vor dem beginn der Bondage in der Öffentlichkeit ) zu Hilfe zieht

– die 5 – Punkte *Regel*   aus den Dragonrope© Workshops beachtet .. wobei ich hier erwähnen möchte, das ich diese als Stütze/ Hilfe und nicht als Dogma sehe.

Werden diese Punkte in eine Session einfliessend mitgenommen, so kann sich nach wie vor ein Unfall ereignen , doch die Vorzeichen  können früher erkannt, Hilfe schneller gegeben werden und durch das Kennenlernen  beider Partner, das erneute Vertrauen vertieft werden.

der passive Part hingegen  vermag durch seine Kommunikation mit dem Aktiven, sei dies nun  verbal / akustisch oder nonverbal  mit Gesten , Verhalten  und eingespielten Neckereien eine deutliche Sprache sprechen , die es dem Aktiven erlauben, weiter voran zu gehen , forscher in die Welt des Passiven einzudringen , oder auch  das Seil mal locker da liegen zu lassen .. um zu beobachten .. zu lernen, das es manchmal nicht mehr benötigt als eine kleine Fingerspitze am rechten Fleck , am rechten Ort .

Shibari oder klassisches Bondage mit Seilen ( ich nehme hier mal dieses stellvertretend für alles ; ) )

ist nicht nur das blosse Fesseln und Fixieren eine Person. Shibari oder besser Kinbaku ist in meinen Augen auch das sich beschäftigen mit der Person ,  oder die Person/ das Gegenüber selbst beschäftigen .. allein durch die Anwesenheit des Aktiven , seiner Präsenz , seiner Hände und was er daraus macht ..

Durch diesen Kontakt , diese Nähe  vermag der Aktive einzuschätzen, wie es dem Gegenüber geht . Nicht vollkommen , das ist mir bewusst.. doch er wird erspüren, wie die Haut sich anfühlt, ob sie kühl, schwitzend  oder schon nass ist , weiss, blass , blau oder zitternd der Unterleib eine Anspannung kundtut , die man gut unterscheiden kann von lustvoller Anspannung oder krampfartiger Vespannung die es dann wohl zu lösen gilt.. den Passiven zu beruhigen , aufzufangen , und vielleicht mal wieder ganz beschützend in den Arm zu nehmen .

Ach ja… und Lachen ist das beste Heilmittel für alles .. ;)

zwischendurch .. während dessen .. vor und danach .

Zusammenfassend möchte ich hier folgendes festhalten:

Eine geplante Bondagesession , privat wie  an einer Party  sollte mit wachem Geist und fittem Körper  ausgeführt werden. Empfehlenswert ist hierbei, genügend zu trinken, genügend zu essen und sich selbst stets klar beobachtend im Blickwinkel zu haben ( sich selber und seine Fähigkeiten zu kennen / Aktiv wie passiv )

Hochgradige Nervosität   zu erkennen versuchen , miteinander sprechen .. Session nur für sich selbst machen , Kritik anderer ist absolut zweitrangig ( konstruktive Kritik , aufgrund  dunkelblau angelaufener Gliedmassen soll und darf angebracht / angenommen sprich mit einem Lächeln unterstützt  überreicht werden )

ist der Partner beruhigt, kann man sich ganz dem widmen , was nun folgen soll , geplant war .. setzt es um und geniesst es. Es kann vorkommen, das selbst der Aktive unruhig , nervös und oder angespannt ist .

So kann auch der Passive auf IHN einwirken .. und beruhigen, sich anbieten ohne zu fordern.

Frau  zB mit den ihr gegeben *Waffen* der Sinnlichkeit .. Sanftheit und Wärme. Der passive Mann vielleicht mit seiner Stimme, seinen Worten , seinen weichen Händen, auch mal selbst Emotionen und Gefühle zeigen .. ebenso sich anbietend..

Fordern wäre nur bedingt eine Lösung, wenn sie denn dem Spiel  oder der Einleitung dienlich ist , weil es so eher möglich ist in eine Session einzusteigen .

Nicht jeder Mensch vermag sich sofot oder von Anfang an auf ein ruhigeres Spiel einlassen , So wie es viele unterscheidliche Färbungen im SM gibt , so sind auch die Möglichkeiten eines Einstiegs , des Genusses ganz unterschiedlich.

Schön und intensiv sind sie alleweil.. jede für sich , jeder für sich und seine Partner.

Man mag den Eindruck haben, diese Welt des Shibari/kinbaku bondage sei eine Welt voller inniger Zärtlichkeit und weichgespülter Emotionen.

Demkann ich klar widersprechen ..  so sind Einstiege zB mittels eines *Kampfbondages* ( Ausdruck aus persönlicher Färbung ) durchaus eine lustvolle und Spannung abbauende Alternative um die eigenen Mauern abzubauen , und sich besser in diese Welt einzufinden.

Nähe KANN mit Zärtlichkeit und Geborgenheit , Sanftheit und Sinnlichkeit erschaffen werden .. doch gibt es auch andere Wege dorthin zu gelangen , wo es für BEIDE erfüllend und tief befriedigend sein wird.

Wir sind nun am Ende einer Seilsession angekommen .. alles ruht , alles ist fliessend  und die Zeit aus den Seilen zu kommen ist da.

Was also nun tun ?

Das Spiel war intensiv.. tief und fordernd.  Steigt man nun aus den Seilen , so passiert es ab und an , das leichtes Frösteln sich einstellt. Denn obschon nicht mehr als reine Seile in verschlungener Art sich auf der Haut befanden , ist es doch beinahe wie ein Kleidungsstück.. die Muskeln erfahren Stress und der Körper *wehrt *  sich eventuel dagegen .. das bedeutet Arbeit .. Arbeit = Wärme die abgeführt wurde.. und wenn dieser Kokon nun fehlt .. beginnt der Körper zu frösteln.

Anders ausgedrückt, ist es stets eine Energie die fliesst..die übertragen wird. Habt ihr schon mal ein angespanntes Seil plötzlich losgelassen ?  Ein gespanntes Gummiband durchschnitten ?

So ohne einen Druck , eine Anspannung ist man so frei und unbeschwert .. losgelöst eben.

Beinahe schutzlos.. aber voller Kraft und neuer Energie.

So kann der Aktive danach dann schnell ein paar warme Socken suchen , eine Decke überstreifen , auf s Sofa kuscheln gehen , Tee oder Kaffee machen ..  den Kachelofen / Schwedenofen anmachen , viele Kerzen entfachen ( wenn nicht schon gemacht ) und dem Gegenüber seine Präsenz zeigen, das man für Gespräche oder auch  scharfen heissen Sex.. einfach offen ist ;)

das Gerücht das SMer keinen Sex haben .. halte ich  für ein Ammenmärchen ;)  nur wann und wie , das sei eben an ganz anderer Stelle beschrieben ;)

Hilfreich ist es sicherlich auch , zu einem späteren Zeitpunkt  eventuelle Unklarheiten , schmerzende Glieder , oder einfach nur Anregungen dem Aktiven weiter zu geben .. dieser kann danach diese neuen Erkenntnisse einbauen und dem Passiven wiederum zeigen, das er dieses Vertrauen und die Macht der Seile verdient hat .

So freue auch ich mich stets, wenn Anregungen und Ideen , erweiternde Kommentare und sonstige Inputs  hier im Blog oder als Mail ihren Weg finden

für’s erste merci fürs Lesen

DRAGONROPE

4 thoughts on “A good Ropebunny.. oder Kinbaku?Kinbaku! 2

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