nachdem ich in meinemLager einmal mehr die verschiedensten Seilarten und Grössen geordnet hatte, nachdem alle Seile wieder ihren Platz hatten, lagen sie noch rum…

offen und lose in einer Tasche.. beinahe ungeliebt und leblos.. sterbend.

Diese roten wuunderbaren japanischen Seile haben ne Menge Fesselungen hinter sich und dementsprechend ausgelutscht. Wie alt  diese Seile sind und wieviele Fesselungen sie hinter sich haben weiss ich nicht mehr.

Wenn ich sie in meine Hand nehme, sie erwärme und sie zum Leben erwecke, dann sind sie noch immer so schnell wie einst, noch immer so weich , als sie  nach den ersten Fesselungen kompakter und geschlossener wurden.

Wieviele intime Momente , welch schöne Erebnisse ich dabei hatte und wie schön die eine oder andere Frau dabei flog kann ichnur noch aus den alten Bildern herausziehen und in Erinnerungen schwelgen.

Was aber macht ein Rigger oder vielleicht auch Bunny, wenn seine Seile *zu Ende gehen*.. ??

Was tu ich in diesem Falle ?

Ein paar Gedanken.

Ichhabe seit einiger Zeit einen aus meiner Familie stammenden Humidor den ich für mein allerliebstes Seilset nutze.

Seile im Humidor ? na Klar.. so bleiben sie stets so wie ich sie mag und trocknen nicht wieder aus. Sondern behalten ihre schöne *Grundfeuchte*, die sie geschmeidig und somit schnell sein lässt.

Aber die Seile die nun wirklich ihrem Lebensende zu gehen, was tu ich mit denen ?

Ein Seilset hat bei vielen ein Leben als Suspensionset. Erlebt den Anfang , das Einseilen und geschmeidig machen während einer ersten Fesselphase. dann wenn sie sich mit etwas Schweiss , Babyöl und einer Mischung der aus den Händen stammenden Talgs gesättigst haben , und bereits die erstenSuspensions in sich tragen, verlieren sie ihre Starre und werden immer geschmeidiger, kompakter, flüssiger und schneller. die angenehme Schwere empfinde ich zumindest dennoch als leicht, im Gegensatz zu einem Hanfseil das stets einer Material bedingten Schwere unterliegt.

Dann, nach zig Zuris , Hogties , Momos und anderen Shibaris, lässt der Byte als erstes nach. Dort wo regulär die meiste Beanspruchung eines Seils auftritt drehen sich die einzelnen Seillitzen auf und dröseln auseinander, wirken lose und lasch.

Der Schlag in diesem Seilstück  ist kaum mehr hinein zu kriegen, die Seele des Seils scheint hier kraftloser geworden zu sein. Mitten durchschneiden  und als Kurzseile nutzen ist die eine Variation , dieses Seil oder das ganze Set ausmisten und es noch in seiner dritten Phase als Bodenfesselungsseilset nutzen.. Sozusagen seine Alterspension ;)

Wenn dann nach weiterenzig hundert fesselungen auch der generelle Schlag im Seil immer lascher wird, wenn selbst das aufspannen und mit einem Stück Stahlstab eindrehen, über nacht oder ein paar Tage so aufgespannt lassen nichts mehr bringen oder nur unwesentlich, dann sind wohl alle Energien dieses Seils am Ende und es hat sein Wirken  hinter sich.

Klingt alles etwas Cineastisch.. ;)

Ich selbst sehe es aber ungefähr so. Dann nehme ich so ein Seilset, setz mich hin , rieche daran , fühle nochmals hinein, erspüre das was ich damit so alles gemacht hatte. Manchmal fällt das unheimlich schwer, weil Erinnerungen so tief sind und nun sollen sie dem reinigenden Feuer übergeben werden ? alles was dann noch ist soll in Asche enden ?

Abund an schenke ich einem lieben Menschen die noch immer gut erhaltenen Seile und ersetze lediglich das schwächste Seil durch ein besseres, damit auch dieses Seile nochmals eine Hochzeit haben dürfen und Freude schenken.

Endgültig und nicht mehr verwendbare Seile, finden in einem Ritual der Verbrennung in einer grossen Eisenschale vor meinem TerrassenGarten ihren Weg ins NawaNirwana . Diese seile will ich NIEMANDEN zukommen lassen, denn sie haben zuviele Erinnerungen in sich als das ich diese Seile in anderen Händen sehen möchte.

Eine weitere Art der *Bestattung* , um es mal so zu nennen  ist, das ich in denWald gehe, an Orte wo ich weiss das hier kaum jemand kommen wird, weil es dort auch sehr feucht und nass ist , eine modrige Grundlage herrscht.

zum einen hat dies den Vorteil das ich diese Seile dann der Natur übergeben kann, sie in einem Moderloch zusammengebunden ablgenen und mit Morast und etwas Wurzelwerk belege, damit wieder zurückkommt , was von Mutter Natur geschenkt wurde.

Ab und an , wenn sich schöne HaselrutenStöcke oder andere Weidengewächse an den Lichtungen finden, nehme ich ein Seil und kreiere eine Fesselung am Baum, in der Natur wo sie mir nun als Model zur Verfügung steht

Mit Ehrfurcht setze ich mich dann ab und an hin und schaue einem Meister der Natur bei seinem Werke am Boden zu. Dort wo eine kleine Spinne ein Trichterwerk erbaut , worin sich so manches Insekt verfängt um ihm als Nahrung zu dienen wenn es den Fehler oder Irrtum seines Lebens begeht.

Das Seil , weil reine Jute, wird nach und nach durch die Sonne austrocknen, und zerfallen, aber für eine ganze weile noch einNaturbondage zeigen , an das ich mir bei einem Spaziergang gern erinnere oder es wieder sehen  möchte ..

So habe ich nebenbei eine Art des Bondage gefunden , wohl kaum ERfunden , da es sicher schon anderen Menschen in den Sinn kam, sich in die Natur zu begeben um Seile um Bäume oder Häuser zu binden / flechten / knoten ..

Aber eine Serie dieser Naturbondages wird sich sicher in diesem Sommer noch finden lassen . hier auf dem Blog

stay tuned..

Mino

DRAGONROPE©

2 thoughts on “Endspiel..

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